Grischa ist ein fantastischer Auftakt, der mich wirklich begeistert hat!

Grischa: Goldene Flammen (Grischa, #1) - Leigh Bardugo, Henning Ahrens

Normalerweise bewegt sich Leigh Bardugo in ihrem Job als Kostüm- und Maskenbildnerin eher hinter den Kulissen eines Filmsets in Hollywood. Für ihr Debüt „Grischa – Goldene Flammen“ verschlug es sie jedoch hinter den heimeligen PC. Entstanden ist dabei eine Geschichte, die sich in einer komplett fiktionalen Welt abspielt, sich jedoch einigen Einflüssen der russischen Kultur bedient. Das Resultat entführte mich in eine wirklich faszinierende Welt voller Magie und russischem Flair.

Das Land Rawka wird durch die Schattenflur (auch Ödsee genannt; eine Sandwüste in Finsternis gehüllt) in zwei Teile getrennt. Diese Wüste wurde von einem bösen Grischa (Magier) erschaffen und gilt seither durch die Volkra als Todesgebiet. Nur wenige haben es jemals geschafft, die Schattenflur unbeschadet zu überqueren.

Seit Gedenken wird das Land Rawka vom Zaren regiert. Der >Dunkle< dient ihm seit vielen Jahren und trägt somit die zweitwichtigste Position im Land. Doch er wird von den Menschen Rawkas nicht nur geehrt sondern vor allem gefürchtet. Es sind die Kräfte, die in diesem Mann brodeln, welche Gerüchte zufolge vielen schon zum grausamen Verhängnis wurden. Und ausgerechnet dem >Dunklen< fällt Alina vor die Füße. Er und seine Leibgarde nehmen Alina gegen ihren Willen mit, nachdem sie unbewusst ihr unbekannte Fähigkeiten offenbarte um ihren Freund Maljen zu retten. Für den Dunklen ist Alina von unschätzbarem Wert. Sie soll nicht nur vor Mordanschlägen geschützt, sondern auch geformt und ausgebildet werden. Alina versteht die Welt nicht mehr.

Eine vergleichbare Geschichte wie „Grischa – Goldene Flammen“ habe ich persönlich noch nicht lesen dürfen. Es gibt sicherlich, was die Charaktere anbelangt, auch hier ein gewisses Schema. Dennoch schuf Leigh Bardugo sehr interessante und komplexe Figuren. Alina zum Beispiel nimmt die Rolle des „hässlichen Entleins“ welches von allen übersehen wird, ein. Aber klein und schwach? Weit gefehlt, denn in Alina schlummern Fähigkeiten für die sie bald jeder, selbst die besten Grischas (Magier) des Landes, beneiden werden. Doch sie trägt nicht nur eine Gabe in sich, sondern noch weitaus menschlichere Züge wie Mut, Lebenswillen und Kampfbereitschaft. Dann gibt es da noch den attraktiven Maljen. Er ist Alinas Freund seit Kindestagen und der Mann, der ganz heimlich ihr Herz zum pochen bringt. Durch seinen unvergleichlichen Spürsinn hat er sich einen Namen gemacht in der Ersten Armee. Auf mich wirkte er zunächst etwas zu arrogant und sehr von sich überzeugt.

Der Einstieg war zunächst holprig, weil mich einige Begriffe oftmals verwirrten. Irgendwann stieß ich das Gefühl der Verwirrung von mir und lies mich komplett in die Geschichte gleiten. So faszinierte mich diese unbekannte Welt, ihre grausamen Wesen, Mythen und mächtigen Zauberer. Es fühlte sich an, als ob man durch das verschneite Russland zur Zarenzeit und gleichzeitig einer magischen Zauberwelt wandert.

Sowohl die Protagonistin als auch Nebenfiguren nehmen den Leser schnell für sich ein. Der Erzählstil entspringt der Ich-Perspektive Alinas, ist dicht, spannend und reich an bildlichen Einflüssen. 

 

 

 

Die Gestaltung des Covers ist durch den außergewöhnlichen Aquarelldruck der jungen Alina, Wäldern und einem Hirsch (welcher eine wichtige Rolle im Buch spielt) ein fantastischer i-Tupfen. Schlägt der Leser das Buch auf, kann man einen eindrucksvollen Blick auf die Karte des Landes werfen. Ein Lesebändchen in dunklem Grün ist auch integriert. Eine rundum gelungene Aufmachung verleiht dem Buch somit den Feinschlief.

 

 

 

Leigh Bardugo hat in dem Trilogie-Auftakt “Grischa – Goldene Flammen” eine Welt geschaffen, welche den Leser kurzweilige Lesestunden schenken wird. Ein Mädchen hin- und hergerissen zwischen ihrer Gabe, Versuchung und Liebe. Begeisterte Jugendbuchleser können dieser zauberhaften, düsteren, spannenden Geschichte mit Fantasy Elementen aus gutem Grund nicht entkommen. Ich zumindest sah mich im Zarenpalast einen Kwass nippen und eine Kefta (Grischa Robe) anprobieren.

Source: http://Normalerweise bewegt sich Leigh Bardugo in ihrem Job als Kostüm- und Maskenbildnerin eher hinter den Kulissen eines Filmsets in Hollywood.